Streitfälle der Grammatik, Herausforderungen der Orthografie oder Merkwürdigkeiten aus der Welt der Sprache(n): Hier finden Sie die Lösungen zum ADVERTEXT-Feierabendrätsel.

Unser kleines Feierabendrätsel erscheint jede Woche und greift beliebte Fragen aus unserem Lektorats- und Übersetzungsalltag auf. Wenn Sie regelmäßig mitraten und eventuell sogar etwas dazulernen möchten, folgen Sie uns in den sozialen Medien auf LinkedIn oder Facebook.


Die Antwort lautet: im Spanischen, also a.

Man kann zwar auch in Russland oder Frankreich auf dem Kopf stehen, aber die wahren Satzzeichenakrobaten sind im Spanischen zu Hause. Denn das Spanische verfügt über einen echten typographischen Knaller, den es so in keinen anderen Sprachen gibt: Fragesätze – also Sätze, die mit einem Fragezeichen enden – werden mit einem umgedrehten Fragezeichen eingeleitet. ¿Das sieht doch für unsere Gewohnheiten ziemlich komisch aus, oder?

Und es kommt noch besser: Diese Besonderheit gilt nicht nur für Fragezeichen, sondern auch für Ausrufezeichen in Ausrufesätzen. ¡Das ist echt der reinste Wahnsinn!

Wer weitere Highlights der spanischen Sprache kennenlernen möchte, dem legen wir unseren Schnelleinstieg ins Spanische ans Herz.

Die Lösung lautet d.

Obwohl sich s-Laute am Ende eines Wortes meist eher wie ein scharfes S anhören, wenn man das Wort spricht, wird „Vlies“ nur mit einfachem S geschrieben.

Die richtige Antwort ist b.
Anders als bei den drei anderen Wörtern wird der Singular „Selfie“ mit ie geschrieben und nicht mit y. Daher schreibt sich auch der Plural mit ie: Selfies.

Viele glauben irrtümlicherweise, dass im Deutschen auch Wörter wie „Hobby“ und „Baby“ im Plural mit -ies geschrieben werden (Hobbies, Babies). Dies entspricht jedoch der englischen Rechtschreibung. Im Deutschen wird hingegen bei geläufigen Fremdwörtern aus dem Englischen, die im Singular auf y enden, einfach ein s angehängt.

Deswegen freuen wir uns im Englischen zwar über „Selfies with cute babies on little ponies“, im Deutschen hingegen über „Selfies mit süßen Babys auf kleinen Ponys“ 🙂 .

Antwort b ist richtig.
Wenn eine Seite oder Spalte mit einer einzelnen („verwaist“ wirkenden) Zeile beginnt, die die letzte Zeile des vorangehenden Absatzes darstellt, wird dies als Hurenkind bezeichnet. Hurenkinder gelten im Schriftsatz als grobe handwerkliche Fehler, da sie sowohl die Ästhetik des Schriftbildes als auch den Lesefluss beeinträchtigen.

Unter dem Gesichtspunkt der Political Correctness wird anstelle von „Hurenkind“ zunehmend der Begriff „Witwe“ verwendet. Dieser geht auf widow zurück, der seit jeher im englischen Schriftsatz üblichen Bezeichnung für Hurenkinder.

Ihr Gegenstück ist der sogenannte Schusterjunge: Hierbei endet eine Seite mit der ersten Zeile eines Absatzes, was ebenso verloren wirkt wie ein Hurenkind. Um Hurenkinder und Schusterjungen auseinanderhalten zu können, merken Sie sich einfach eine der folgenden Eselsbrücken:

„Ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht.“ oder
„Ein Schusterjunge muss unten im Keller arbeiten, ein Hurenkind steht verloren oben auf der Straße.“

Wenn Ihnen Ihr Lektorat das nächste Mal also „Hurenkind“ in die Korrekturen schreibt, ist das nicht als Beleidigung gemeint. 😉

 

Die richtige Lösung ist c.
Während bei a, b und d die Wörter nach neuer Rechtschreibung geschrieben sind, ist „Kuß“ eine veraltete und nicht mehr korrekte Schreibweise. Heutzutage würde man vermutlich automatisch „Kuhs“ lesen, da man sich inzwischen daran gewöhnt hat, dass ein „ß“ immer nur hinter einem langen Vokal steht. Daher geben wir unseren Liebsten seit der Rechtschreibreform lieber einen Kuss.